Ich geb’s zu: Buchmessen bergen ein gewisses Maß an Suchtpotenzial, besonders als Autor. Die Bodensee Buchmesse am 29. August war bereits meine dritte Messe. Trotzdem: Die vergangenen Monate hielten auf privater Ebene einige heftige Schläge bereit, so dass die Messeteilnahme nicht nur in den Hintergrund rückte. Ich hielt sogar eine Absage für möglich, weil mir der Sinn nicht nach vielen Menschen stand und so ein Event auch mit einigen Vorbereitungen verknüpft ist.
Dass Doreen und ich am Ende doch die Kisten und Koffer packten, lag zu einem großen Teil an den Erinnerungen an die beiden vorherigen Buchmessen in Stuttgart und Regensburg und besonders das fast euphorische Gefühl, das diese uns im Nachhinein beschert haben.
Der Vergleich hinkt ein wenig, aber ein Tag als ausstellender Autor auf einer solchen Buchmesse ist wie ein extrem komprimierter Kurzurlaub vom Alltag. Die Buchverliebten vor und hinter den Tischen bilden so eine wunderbare Gemeinschaft Gleichgesinnter, die so viel mitbringen: Neugierde, Begeisterung, Ideen, Inspiration, Gedanken, Erkenntnisse rund ums Schreiben und Veröffentlichen, Fragen zum Selfpublishing … Die Stunden zwischen Aufbau und Abbau vergehen wie im Flug und hinterlassen ein Gefühl, das ich mit einem „Runner’s High“ vergleichen möchte: Egal wie anstrengend der Tag auf der Buchmesse mit dem Organisatorischen und dem Austausch ist, man könnte gerade so weitermachen.

So war es auch auf der Bodensee Buchmesse 2026. Da waren so viele liebe Menschen an unserem Stand, die sich nicht nur für meine Bücher interessierten. Sie wollten wissen, wie so ein Buch entsteht, wo die Ideen für die Geschichten herkommen, wie das Buch am Ende in den Handel kommt, wie schwierig es ist, als Indieautor einen Fuß in die Buchbubble zu bekommen, dessen Abdruck nicht sofort von der nächsten Welle weggeschwemmt wird. Gern hätte ich mit so vielen anderen noch gesprochen, aber das müssen wir wohl auf die nächste Buchmesse verschieben.
Danke an die OrganisatorInnen, all den Besucherinnen und Besuchern, den vielen Schreibenden, die wie ich die Bücherwelt mit ihren Geschichten ein wenig bunter machen.
